iebe Mitglieder des Fördervereines Hospiz Geesthacht e.V.,
„Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.“
(Hal Borland)
Ende und Anfang – das Jahr 2024 neigt sich seinem Ende entgegen… und nicht nur das Jahr. Doch zunächst einige Rückblicke:
Wer kennt es nicht, das W:O:A, das Wacken Open Air Heavy-Metal-Festival in Schleswig-Holstein. Wacken? Was hat das mit Hospizarbeit zu tun?
Auf den ersten Blick haben die beiden Dinge vielleicht nicht viel gemeinsam, doch schaut man genauer hin, erweisen sich die Metal-Heads als sehr sozial und offen. Über die Wacken-Foundation werden alljährlich lokale Institutionen gefördert und unterstützt, wie beispielsweise die stationären Hospize hier in Schleswig-Holstein. Die Vertreter*innen von 10 der 13 stationären Hospize kamen an einem Stand auf dem Festivalgelände für ein gemeinsames Vernetzen, Aufklären und Spendensammeln zusammen. Unter dem Motto „Und? Welches Lied spielt auf deiner Beerdigung?“ kam manch ein*e Besucher*in ins Grübeln, andere wussten sofort „Highway To Hell“ soll es werden. Die gesammelten Lieder sind auf Spotify unter „Wacken Hospize SH 24“ zu finden. Eine tolle Aktion – ein voller Erfolg.
Nachdem Annika und Julia aus dem Hospizteam den Metal-Heads die Hospizarbeit näherbringen konnten, widmete sich das auxilium Hospiz gemeinsam mit Dona Tempi, dem ambulanten Hospizdienst Geesthacht, wieder der „klassischen“ Öffentlichkeitsarbeit: den Aktionen zum Welthospiztag.
Das auxilium Hospiz beim Welthospiztag 2024
Mit der Musik und den kurzen Gedichten der Streicherinnen von „Frisch gestrichen“ und einem Glas Sekt wurden die Besucher*innen des Hospiztages am 13. Oktober 2024 im Gemeindesaal der Christuskirche Neuer Krug begrüßt. Es folgte das Theaterstück von Sophia Altklug „Wenn die Clownin Trauer trägt“, welches sehr berührend über die Trauer und damit verbunden Gefühlen erzählte. Alle Besucher*innen waren sehr beeindruckt von der bezaubernden, hochaltrigen Darstellerin, die es vermochte, die Herzen zu berühren. Sie spielte eine alte Clownin, die auf dem Dachboden eine alte Spieluhr sucht und sich unversehens in ihrer Trauer um ihre Mutter wiederfand. Bei Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag mit vielen anregenden Gesprächen aus. Es folgte zwei Wochen später eine Matinee im kleinen Theater Schillerstraße, mit dem Film IVO, der über eine Palliativ-Pflegekraft erzählt.
Der am 15. November 2024 gemeinsam von Dona Tempi, dem Bestattungshaus Schulte und dem auxilium Hospiz gestaltete Abschlussabend unter dem Motto „Einfach mal drüber reden – wie stelle ich mir meinen Tod vor“ fand ein reges Echo. Die 16 Besucher*innen und 5 Expert*innen tauschten sich in offener, vertrauensvoller Atmosphäre zu den verschiedensten Fragen aus: „Wie lange darf ein Gestorbener zu Hause bleiben?“ oder „Wie kann ich mich und meine Familie auf mein Lebensende vorbereiten?“, um nur einige zu nennen. Kerzenschein, Getränke, kleine Häppchen und stimmungsvolle Klaviermusik rundeten den Abend ab. Über eine Wiederholung wird bereits nachgedacht.
Die jährliche Gedenkfeier des Hospizes fand am 24. November 2024 im bewährten stimmungsvollen Rahmen statt.
Abschied von Manuela Glaubach-Gruse
Und auch im auxilium Hospiz selbst heißt es Abschiednehmen. Abschied von Manuela Glaubach-Gruse, Schleswig-Holsteins Dienstälteste Hospizleitung geht Ende des Jahres in den Ruhestand. 22 Jahre auxilium Hospiz, 3.661 (Stand 15.11.24) Hospizgäste, dreimal so viele Anmeldungen und ungezählte Angehörige. Sie selbst sagt dazu:
„Ja, das ist eine lange Zeit, die ich hier im Hospiz verbracht habe. Im Februar 2002 stolperte ich zufällig über einen Artikel zur Eröffnung des Hospizes. Ich brauchte nicht lange nachzudenken, das war wie ein Wink mit dem berühmten Zaunpfahl. Hatte ich doch bereits als Schwesternschülerin sterbende Menschen begleitet. Statt dem wohlmeinenden Rat meiner Kolleginnen „Da brauchst du nicht mehr hineinzugehen. Sie ist gestorben“, folgte ich schon in jungen Jahren meinem Herzen. Die Begleitung am Lebensende und die Verabschiedung der Gestorbenen waren mir von Anfang an wichtig. Schon als Konfirmandin entschied ich mich unter mehreren Kursangeboten für den Kurs „Sterben und was kommt danach?“.
Die Liebe hatte mich in die Nähe von Geesthacht geführt, ich befand mich in der Erziehungszeit und nun führte mich mein Herz ins Hospiz. Anfangs noch mittwochs und an den Wochenenden, nach einigen Jahren mit einer halben Stelle und in allen Schichten, im November 2007 wechselte ich in die Leitung. Die einfühlsame Begleitung der Gäste und ihrer Angehörigen, die Zusammenarbeit mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie allen Kooperationspartner*innen empfand ich immer als bereichernd. Die Hospizarbeit hat mir immer viel bedeutet. Mit dem Team habe ich in den vielen Jahren das Hospiz von den Kinderschuhen, als es im Ort noch nicht gut akzeptiert wurde, ins Erwachsenen-Alter geführt. Heute ist das auxilium Hospiz aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wenn ich zurückdenke, gab es immer wieder Herausforderungen, die erfolgreich gemeistert wurden. Welch Entwicklung haben wir durchlaufen… In all den Jahren durfte ich viele großartige Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, sehr besondere Menschen, die dazu in der Lage sind und waren, Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Als Vorsitzende des Fördervereins möchte ich mich bei Ihnen, liebe Fördermitglieder, ganz besonders für Ihre Unterstützung und Ihre Spenden bedanken. Ohne Sie wäre Hospizarbeit nicht möglich. Vorerst bleibe ich dem Förderverein Hospiz Geesthacht e.V. als Vorsitzende erhalten.
Doch nun gilt es, als Hospizleitung TSCHÜSS zu sagen, neue Wege zu gehen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ein neuer Lebensabschnitt mit mehr Zeit für meine beiden Enkelkinder, den großen Garten, Yogastunden, leckere Gerichte aus dem ayurvedischen Kochbuch, Musicalbesuche – endlich mehr Zeit für Familie und Freund*innen.
Ich wünsche meiner Nachfolgerin Dagmar Andersen alles Liebe und Gute und immer ein gutes Händchen für die Belange des auxilium Hospizes.“
Die neue Geschäftsführerin des auxilium Hospizes
Abschied bedeutet immer auch Neuanfang. Seit dem 1. November 2024 wird Dagmar Andersen als Nachfolgerin von Manuela Glaubach-Gruse eingearbeitet. Sie ist eine langjährig erfahrene Hospizleiterin, studierte Sozialpädagogin und Sozialmanagerin, ausgebildete Altenpflegerin und engagiert sich auf Landesebene ehrenamtlich für die Hospiz- und Palliativarbeit. Die sterbenden Menschen und ihre Angehörigen liegen ihr am Herzen.
Sie freut sich über die gute Zusammenarbeit mit dem ebenso herzlichen wie kompetenten Haupt- und Ehrenamtlichen, dem internen und externen Hospizteam, dem engagierten Förderverein Hospiz Geesthacht, den Kooperationspartner*innen sowie allen Menschen im Herzogtum Lauenburg.
In ihrer Freizeit findet man sie im Garten, beim Strandspaziergang, auf den Nordischen Filmtagen oder mit Familie und Freund*innen Pizza essend beim Italiener… und manchmal ist das Jahresende doch ein Anfang und ein Ende.
Mit den besten Wünschen für die Weihnachtstage und das neue Jahr
Ihre
Manuela Glaubach-Gruse
Vorsitzende